Das Projekt „Ein
Stolperstein für John Hasenberg“
Schüler schaffen
selbst ein Denkmal
„Ein
Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.", unter diesem Leitspruch
hat der Künstler Gunter Demnig im Jahr 1997 seinen ersten sogenannten
Stolperstein verlegt. Im Jahr 2000 wurde die zuerst illegale Aktion legalisiert. Die Idee des Künstlers ist es,
durch das Verlegen von kleinen Messingsteinen vor den Häusern deportierter Juden oder anderer Opfer aus der NS-Zeit das
Gedenken an deren Namen aufrecht zu erhalten. Bis September 2007 wurde etwa
12500 Steine in 277 Ortschaften verlegt.
Unter der Leitung von Frau Störzel wurde auch der Geschichte-Leistungskurs des 12. Jahrgangs der EBS in das Projekt
involviert. In einer der Vorbereitungsstunden wurde unserem Kurs der Name
genannt, um den sich unser ganzes weiteres Projekt drehen würde – John
Hasenberg.
Bevor es
zur Verlegung kommen würde, musste mehr über das Leben des John Hasenberg
herausgefunden werden. Vorerst kannten wir nur seinen Namen und verfügten nur
über einige Informationen aus einem Interview
mit Hasenbergs Tochter, welches auf
der Seite http://holocaust.umd.umich.edu/butter/
zu finden ist. Es galt also, mehr über sein Leben herauszufinden und in die
Archive der Umgebung zu gehen. Wir teilten uns in drei Gruppen auf, die sich
jeweils verschiedenen Archiven widmeten: dem Elmshorner Stadtarchiv, dem Archiv
der Elmshorner Nachrichten und dem Hamburger Staatsarchiv. Durch die Recherche
haben wir sehr viele neue Erfahrungen und Informationen mitgenommen.
Im
Stadtarchiv Elmshorn wurde mit Meldekarteien aus der Zeit des
Nationalsozialismus gearbeitet. Ein
Bürger wurde dort erwähnt, wenn er in Elmshorn geboren und/oder gestorben war
oder geheiratet hat. Auf den Karteien wurden dann Informationen über die
Eltern, Ehepartner und
Religionszugehörigkeit der Person vermerkt. Allerdings wurde dort keine
Kartei von John Hasenberg gefunden, was die Stadtarchivgruppe darauf schließen
ließ, dass er nur kurze Zeit in Elmshorn gelebt hatte. Viele Informationen fand die Gruppe jedoch
über seine Familie. Auch kristallisierten sich Ansätze für die Weiterarbeit
heraus. Zum Beispiel sollte herausgefunden werden, wo John geboren wurde.
Dies fand
eine weitere Gruppe im Staatsarchiv Hamburg heraus. Diese Gruppe arbeitete mit
der so genannten „Blauen Kartei", welche Informationen über sämtliche
Steuerabgaben der jüdischen Gemeinde in Hamburg enthält. Unter dem Familienname
Hasenberg wurde gesucht. Auch hier gab es viele Informationen über seine
Familie, aber ebenso über John Hasenberg direkt. Es wurde unter anderem sein
Geburtsort- und Datum herausgefunden. Auch die Information, dass er als junger
Mann einige Zeit in Hamburg gelebt hatte, war neu.
Im Archiv
der Elmshorner Nachrichten wurden interessante Artikel über die Zeit der
Judenverfolgung gefunden. Durch Sterbeanzeigen, Hochzeitsankündigungen der
Hasenbergs konnten wir das Leben der Familie sehr gut verfolgen. Von einem
Namen auf dem Papier wuchs John Hasenberg langsam zu einem Menschen heran,
dessen Geschichte uns immer näher geht. Die Nachforschungsarbeiten sind noch
nicht abgeschlossen, aber bis zur Steinverlegung im April werden wir das Puzzle
John Hasenberg sicherlich zusammengelegt haben.
Unsere Gruppe organisiert sich weiterhin privat und kommuniziert über E-Mails,
nachdem die zur Verfügung gestellte Unterrichtszeit abgelaufen ist. Die
Motivation in der Gruppe ist ungebrochen, weil uns durch das Projekt der
Geschichtsunterricht auf eine spannende Art und Weise geboten wird und wir die
Chance haben, an die deportierten Juden in Elmshorn zu erinnern.
Dass auch die
Elmshorner Öffentlichkeit an unserem Projekt interessiert ist, zeigte der
Besuch von Herrn Biehl, einem Journalisten der „Elmshorner Nachrichten, der uns
zu unserer Arbeit befragte. Am 13.12.2007 berichteten die Elmshorner
Nachrichten darüber in einem Artikel, der unter der Adresse http://www.en-online.de/
nachgelesen werden kann.

Max Jermies und Isabel Werner (LK
Geschichte)