Nach dem erfolgreichen
Raketenstart am Ende des ersten Halbjahres wollten wir es nun wissen: Wie ist
das mit der Schwerelosigkeit?

(vorher)
Wir haben dazu einen Satelliten
gebaut, der das erforscht und ihn – na ja, nicht ins Weltall, aber immerhin
aufs Dach gebracht und von dort runde 7 Meter abstürzen lassen. Das ergab gut
eine Sekunde freien Fall und damit “Zero Gravitation“. Drei Experimente waren
eingebaut und wurden während des Falls mit einer mitfliegenden Funkkamera
gefilmt und an einen PC übertragen. Ein Spiegel sorgte dafür, dass die Kamera
alle Experimente auch von der Seite sehen konnte. Das Video sollte dann zeigen:
-
wie sich eine Kerzenflamme verhält, wenn warme Luft nicht
mehr aufsteigt,
-
wie sich eine Flüssigkeit benimmt, wenn sie als einzige
Kraft die Oberflächenspannung spürt, und
-
ob wirklich alle Körper gleich schnell fallen.
Am 15. Mai 2009 begann der Countdown...

X – 00:09

X – 00:08

X – 00:07

X – 00:06

X – 00:05

X – 00:04

X – 00:03

X – 00:02

X – 00:01

X – 00:00
– GO!!!

X + 00:01

X + 00:02

X + 15:00
– Gruppenbild mit Tonne
Wir danken
Hausmeister Klaus Jacobsen für seine Hilfe bei der Zweckentfremdung des
Schuldaches als Startrampe!

(nachher)
Übrigens:
Die Kamera hat es überlebt: Weltraumtauglich :-)
Unsere Ergebnisse:
1. Der Kerzenversuch:

Die längliche Kerzenflamme zieht sich in Schwerelosigkeit zu einer kleinen Kugel zusammen. Die warme Luft mit den Verbrennungsgasen steigt nicht mehr auf; da die Dichte keine Rolle mehr spielt. Die Flamme erstickt.
2. Der Flüssigkeitsversuch:

Wir hatten gefärbtes Wasser in ein Becherglas gefüllt und an der einen Seite einen Glasstab angeklebt. Die Oberflächenspannung lässt das Wasser in den Zwischenraum zwischen Becherwand und Glasstab eindringen, da die Schwerkraft sie nicht mehr daran hindert.
3. Der Massenversuch:
Die linke Kugel (Stahl) wog 110
Gramm, die rechte (Plastik) wog 8 Gramm. Beim Einsetzen der Schwerelosigkeit klappte
der Halter (umgebaute Mausefalle) weg. Wir hatten erwartet, dass beide Kugeln
in der Schwebe bleiben. Die leichte tat es auch fast. Sie fiel also ebenso
schnell wie unser ganzer Fallkörper. Die schwere Kugel hingegen stieg zu
unserer Überraschung – relativ zur Kamera – auf, d.h. sie blieb hinter
dem Fallkörper zurück.
Irrte sich Galilei?

Vermutlich nicht. Der Halter hatte
sich unter dem Gewicht der 110 Gramm durchgebogen. Als die Schwerelosigkeit
einsetzte, schleuderte er daher die Kugel nach oben, ehe er wegklappte und sie
freigab. Im Lehrbuch ist Physik eben viel einfacher als in Wirklichkeit.