Helle Köpfe in
dunkler Nacht
20.11.2009
- „Lange Nacht der Mathematik“ an der EBS
Elsa-Brändström-Schule,
Freitagabend, 22.30 Uhr - in den Unterrichtsräumen und den Computerräumen
brennt Licht! Die Rechner laufen auf Hochtouren. Sind da unvorsichtige Einbrecher
am Werk?
Nein! Seit Stunden rechnen und knobeln 120
mathematikbegeisterte EBS-Schülerinnen und Schüler im Rahmen des bundesweiten
Wettbewerbs „Lange Nacht der Mathematik“ und lösen in Kleingruppen knifflige
Matheaufgaben. 14.400 Schülerinnen und Schüler von 234 Schulen rechnen
zeitgleich in ihren Schulen um die Wette.
Das Organisationsteam an der EBS
unter der Leitung von Stefan Wirsching und Urte Jacobs hat alle Hände voll zu tun, seit um 18 Uhr
die Aufgaben für die Schülerinnen und Schüler freigeschaltet wurden. Seitdem
herrscht in den Räumen eine einzigartige Arbeitsatmosphäre: kreatives Chaos!
Da wird gerechnet, verglichen,
erneut gerechnet, Papier zerknüllt, „Ich hab´s!“ geschrieen, Schokolade
gegessen, die Tafel zur Hilfe genommen, der Taschenrechner verflucht, mit
Zirkel konstruiert, die Formelsammlung gewälzt, ein Linealkampf ausgefochten,
„Versteh´ ich nicht!“ gemurmelt, der Code geknackt, geknobelt und gekniffelt!
Die Schülerinnen und Schüler helfen sich gegenseitig und Aufgabenansätze werden
heiß diskutiert. Für die Oberstufenschüler erweist sich der Einsatz des
Smartboards mit Internetanschluss als hilfreich. So kann schnell mal gegoogelt
werden, was denn eine Mirpzahl ist oder wie man mit sogenannten Kettenbrüchen
umgeht.
Ernsthaft um die Lösung der
Aufgaben bemüht sind die allermeisten Gruppen, geistreich ihre Lösungsansätze.
Gegen 22 Uhr gelingt den Sechstklässlern und den Schülerinnen und Schülern der
7. und 8. Jahrgangsstufe der Eintritt in die zweite Aufgabenrunde. Ein Abfall
der Konzentrationsfähigkeit und der Motivation der jüngeren EBSler wird jedoch
deutlich spürbar. Eine Stunde wird noch mehr oder weniger fleißig gerechnet,
dann endet die Mathenacht für die Schülerinnen und Schüler der Unter- und
Mittelstufe um 23 Uhr.
Einige Oberstufenschüler sind zu
diesem Zeitpunkt längst noch nicht mathemüde. „Für mich besteht der Reiz darin,
die schweren Aufgaben gemeinsam zu lösen“, sagt Thorsten Blank aus der 11d. „Es
ist eine besondere Herausforderung, weil es ja keine 08/15-Aufgaben sind. Es
macht einfach Spaß zusammenzuarbeiten. Und schließlich ist das ja im späteren
Leben auch nicht anders: Schwierige Aufgaben müssen im Team gelöst werden.“
Gemeinsam mit seinen
Klassenkameraden Marius Grabow, Jonathan Fuhs und Richard Rudat sowie mit
Carsten Sprung aus dem 13. Jahrgang bearbeitet Thorsten die Aufgaben der
zweiten Runde bis 4 Uhr morgens. Mit viel Biss und Teamgeist, vor allem aber
auch mit fundierten Kenntnissen über die Welt der Zahlen lösen die fünf Schüler
alle zehn Aufgaben, so dass die sauber aufgeschriebenen Lösungswege im
Morgengrauen nach Neumünster an die Organisatoren gefaxt werden. Die Belohnung
der nächtlichen Mühen ist ein beachtlicher 8. Platz von 442
eingeschickten Oberstufenlösungen.
v.l.
Carsten Sprung, Richard Rudat, Jonathan Fuhs, Thorsten Blank und Marius Grabow
nach
getaner Arbeit um 3.45 Uhr