Ça va? Ça va bien, merci!

 

 

Frankreichaustausch vom 22.3. bis zum 30.3.2010

Ein Erlebnisbericht von Wencke Trudrung und Friederike Wedemeyer

 

 

Montag, 22.3.

 

Mit gepackten Koffern und reichlich Proviant machten wir uns pünktlich um 8 Uhr auf den Weg nach Valenciennes. Am Anfang war es noch relativ ruhig, da alle müde waren, doch nach und nach wurde es munterer im Bus. Es wurde gesungen, Gitarre gespielt und viel gelacht. Die Stunden vergingen und unser Ziel rückte immer näher. Als wir dann in Valenciennes ankamen, wurde es wieder ruhiger im Bus, da alle sehr gespannt und aufgeregt waren. Dann waren wir da: Schon vom Bus aus konnten wir einige Franzosen erkennen. Gespannt wurde diskutiert, wer zu wem gehört. Als wir ausstiegen, wollte keiner so recht den ersten Schritt machen. Doch nach und nach trudelten alle Austauschpartner ein und alle gingen in ihre Gastfamilien.

 

 

Dienstag, 23.3.

 

Uff! Die erste Nacht war geschafft, der erste Schritt getan. Wir trafen uns morgens vor der Schule und fuhren zusammen mit den Franzosen aufs Land, um mehrere Bauernhöfe mit Käsereien zu besuchen, standen eine halbe Stunde um einen alten Esel herum und aßen in einer Hochschule für zukünftige Hotelfachangestellte als „Versuchskaninchen“ ein Drei-Gänge-Menü. Nach diesem interessanten, teilweise merkwürdigen Essen fuhren wir müde, aber glücklich wieder zurück zur Schule. Die Gruppenveranstaltung war für diesen Tag zuende und alle gingen wieder ihres Weges.

 

 

Mittwoch, 24.3.

 

Wieder trafen wir uns alle zur 1. Stunde vor der Schule. Dann gingen wir mit unseren Austauschpartnern für zwei Stunden mit in den Unterricht. Es war spannend, einmal eine andere Art von Unterricht zu erleben. Einige hatten Französisch, andere Physik, Informatik oder Erdkunde. Danach gingen wir Deutschen in kleinen Grüppchen auf den naheliegenden Wochenmarkt und machten eine Rallye, um unser Französisch bei kleinen Arbeitsaufträgen an den Marktständen zu erproben. Nach dem Mittagessen, welches einige in der Kantine, andere in der Stadt oder zu Hause einnahmen, fuhren wir Deutschen in ein Museum über den französischen Widerstand im 2. Weltkrieg. Abends traf sich fast die gesamte Gruppe noch zum „Laser-Game“, einem Aktionsspiel, das die Gruppendynamik auflockerte.

 

 

Donnerstag, 25.3.

 

An diesem Tag war wieder ein gemeinsamer Ausflug mit den Franzosen geplant. Wir fuhren Richtung Küste nach Saint Omer. Dort machten wir eine Bootstour durch eine Moorlandschaft, auf der wir viel über die Gegend und ihre Geschichte erfuhren. Außerdem bekamen wir einen Eindruck von der Tierwelt: Wir sahen Schwäne, Blesshühner und sogar Graureiher. Nach der Bootsfahrt hatten wir Freizeit und konnten etwas durch die Stadt bummeln. Nach einem Picknick besichtigten wir eine Glasfabrik. Abends kamen wir mit vielen neuen Eindrücken wieder bei der Schule an.

 

 

Freitag, 26.3.

 

Die deutsche Gruppe verbrachte den Vormittag im Kino und guckte sich den Film „Le Petit Nicolas“ an, während die Franzosen in der Schule pauken mussten. :-)

Nach dem Essen stellten wir mit Styroporplatten ein Modell der Berliner Mauer her, denn am nächsten Tag war im Lycée „La Journée de la porte ouverte“ (Tag der offenen Tür). Jede Fachschaft sollte sich an diesem Tag vorstellen, und die Fachschaft Deutsch hatte sich als Thema die deutsche Wiedervereinigung ausgesucht. Anschließend hatten wir Zeit, durch das Zentrum von Valenciennes zu bummeln. Für den Abend verabredeten wir uns mit einigen aus der Gruppe zum Bowling. Wir hatten dabei viel Spaß und konnten uns noch ein bisschen besser kennen lernen.

 

 

Das Wochenende, Samstag, 27.3., Sonntag, 28.3.

 

Das Wochenende verbrachten alle in ihren Familien. Einige fuhren nach Lille oder Paris, andere besuchten die Verwandten oder trafen sich mit anderen Austausch-Teilnehmern. Am Samstagabend waren mehrere in Saint Saulve bei einem tollen Konzert der französischen Band „As de trèfle“.

 

 

Montag, 29.3.

 

Am Morgen trafen sich alle nach dem Wochenende wieder und wir Deutschen nahmen an zwei Unterrichtsstunden teil. Anschließend hatten die Franzosen weiter Unterricht, während die deutsche Gruppe zu einer interessante Stadtführung – auf Deutsch! :-) – aufbrach. Nach dem letzten gemeinsamen Mittagessen besichtigten wir  das Museum „Musée des beaux arts“ direkt neben der Schule in Valenciennes und hatten anschließend noch ein letztes Mal Gelegenheit, in der Stadt zu bummeln. Die meisten trafen sich am späten Nachmittag mit den Franzosen in einem Café, um den letzten Tag ausklingen zu lassen.

 

 

Dienstag, 30.3.

 

Morgens um 8 Uhr standen alle mit gemischten Gefühlen vor dem Bus. Man freute sich natürlich auf zuhause, aber es war schade, sich schon jetzt verabschieden zu müssen, wo alle sich gerade gut verstanden. Es liefen Tränen, die letzten Küsse wurden verteilt, und dann saßen wir auch schon wieder im Bus in Richtung Elmshorn.

 

 

Alle aus der Gruppe sind sich einig: Mit allem Neuen und Ungewohnten, Angenehmen und zum Teil auch Unangenehmen, was wir erlebt haben, war es insgesamt ein wunderschönes Erlebnis und ein tolle Erfahrung. Innerhalb der deutschen Gruppe haben sich alle gut verstanden und wir sind uns einig, dass wir auch mit den Franzosen richtig Glück haben. Wir hoffen, dass die Zeit bis zum 22. April schnell vergeht!

 

 

Wencke und Friederike