Evangelischer Religionsunterricht

 

 

Eine Anekdote über den Religionsunterricht vor etwa 120 Jahren berichtet:

 

Ein Dekan besucht unangemeldet den Religionsunterricht einer Gymnasialklasse. Der Lehrer fragt deshalb Hänschen das unterrichtete Wissen ab. Hänschen weiß alles: Er zitiert Psalmen, kennt die Propheten des Alten Testaments, sagt Gleichnisse Jesu auf! Im Hinausgehen bemerkt der Dekan, wie der Lehrer für Hänschen die Note „4“ notiert, und fragt entsetzt: „Wie können Sie ihm eine solche Note geben? Der Junge hat doch alles gewusst!“ Ohne von seinem Notenbüchlein aufzublicken entgegnet der Lehrer: „Ja... Er weiß alles. Aber er glaubt nicht daran!

 

 

Im heutigen Religionsunterricht...

 

... geht zum Glück anders zu! Das Fach Religion wendet sich an alle Schüler und versteht sich keinesfalls als bloße „Unterweisung im Glauben“! Wir hoffen, dass unsere heutigen „Hänschen“ nicht nur viel dazulernen, sondern auch viele Fragen mitbringen. Ausgehend von der Lebenswelt der Schüler leitet der Religionsunterricht dann zu einer von unterschiedlichen Perspektiven gespeisten Auseinandersetzung mit den Inhalten und der Geschichte vor allem des christlichen Glaubens an und nutzt eine möglichst breite methodische Vielfalt und unterschiedliches Anschauungsmaterial. Religion wird in Schleswig-Holstein von der 5. bis zur 8. Klasse unterrichtet. Evangelische und katholische Religionslehrer bilden an der EBS eine gemeinsame Fachschaft, die eng zusammenarbeitet und sich gemeinsam fortbildet. Bis zur 8. Klasse findet der Religionsunterricht nach Konfessionen getrennt statt, Schülerinnen und Schüler, die keiner Konfession oder einer nichtchristlichen Religion angehören, nehmen am evangelischen Religionsunterricht teil. In der Oberstufe, in der die Auseinandersetzung mit der Theologie als Wissenschaft – mögliche Themen sind dann zum Beispiel Auslegungsmethoden der Bibel, Phänomenologie der Religion, theologische Anthropologie oder moderne Religionskritik - beginnt, unterrichten wir beide Konfessionen gemeinsam.

 

 

Warum evangelischer Religionsunterricht?

 

Der RU hilft Schülern, das eigene Leben bewusster zu gestalten und zu Fragen des menschlichen Zusammenlebens begründet Stellung nehmen zu können. Er trägt dazu bei, nach individueller Orientierung zu suchen und erste Antworten zu finden. Die Schüler sollen unterstützt werden, den eigenen Weg angesichts der zahlreichen religiösen Versatzstücke, die um sie herum vorhanden sind, zu gehen.

 

Der RU setzt sich mit dem christlichen Glauben und seiner Bedeutung für das Selbstverständnis des Menschen auseinander, er beschäftigt sich mit Weltreligionen und Weltanschauungen.

 

Der RU informiert umfassend über unsere Tradition und über die Geistesgeschichte und ist damit ein wichtiger Teil der Allgemeinbildung (u.a. Bibel und ihre Auslegung, Kirchengeschichte und ihr Zusammenhang zur allgemeinen Geschichte), er trägt dazu bei, unsere Kultur und deren Wertvorstellungen von ihrer Entstehung her zu begreifen.

 

 

Themen des evangelischen Religionsunterrichtes (Beispiele aus den Klassen 5/6/7)

 

 

 

Themen des evangelischen Religionsunterrichtes (Beispiele aus der Oberstufe)