Katholischer Religionsunterricht

 

 

Wenn Sie sich den katholischen Religionsunterricht an unsere Schule so vorstellen

 

 

muss ich Sie leider enttäuschen.

 

 

Ein ganz normales Schulfach – und doch mehr...

 

Jeder hat es inzwischen mitbekommen : „Wir sind Papst!“ .

 

Bedeutend weniger Menschen wissen allerdings, dass es an der EBS neben dem evangelischen Religionsunterricht auch den katholischen Religionsunterricht als ordentliches Unterrichtsfach gibt.

 

An unserer Schule wird Religionsunterricht als evangelischer und als katholischer Religionsunterricht erteilt. Mit dem Begriff "Konfessionalität" ist die Bindung an ein bestimmtes Bekenntnis ("confessio") gemeint. Die Schülerinnen und Schüler nehmen am Religionsunterricht ihrer Konfession teil. Sie haben ein Recht darauf, nach den Grundsätzen und nach der Glaubenspraxis ihrer Konfession unterrichtet zu werden und diese kennen zu lernen.

 

Die Unterscheidung zwischen evangelischem und katholischem Religionsunterricht ist vielen heute nicht mehr selbstverständlich. Sie bezieht sich auf die verschiedenen Bekenntnisse, die ihre je eigene Tradition hervorgebracht haben. Diese Unterschiede in Glaubensformen, Brauchtum und Frömmigkeit werden heute auch als Reichtum erlebt, den es zu bewahren gilt. Der evangelische und der katholische Religionsunterricht spiegeln diese christliche Vielfalt wider und eröffnen die Möglichkeit zu einem fruchtbaren Dialog der Konfessionen.

 

Der evangelische und der katholische Religionsunterricht werden in ökumenischer Offenheit erteilt und sind, auch in der EBS,  in besonderer Weise auf Zusammenarbeit angelegt. Das engagierte Gespräch in gemeinsamen Projekten und anderen Unterrichtsvorhaben gehört wesentlich zur Zusammenarbeit unter den evangelischen Kollegen und dem katholischen Kollegen.

 

 

Worum geht es im katholischen Religionsunterricht?

 

Der katholische Religionsunterricht schafft jungen Menschen Raum, den eigenen Fragen nachzugehen, sich mit der Meinung von Mitschülern auseinander zu setzen. Hier sind Lehrer und Lehrerinnen, die die Probleme von Jugendlichen kennen und aus ihrem eigenen Glauben heraus Orientierung anbieten können. Sie stellen sich unbequemen Fragen und Positionen und helfen so den jungen Menschen auf der Suche nach ihrem persönlichen Weg.

 

Der Religionsunterricht unterstützt somit auch die Eltern, übernimmt einen Teil der Verantwortung, die Erziehung mit sich bringt. Und er gibt Schülern, die in ihrer Umgebung wenig religiöse Lebenspraxis finden, die Chance, Glaubensinhalte kennen zu lernen.

 

Im katholischen Religionsunterricht lernen Jugendliche die historischen Wurzeln unserer gesellschaftlichen Werte, die Entwicklung unserer christlich geprägten Kultur kennen. Ohne dieses Wissen kann man die heutige Welt nicht wirklich begreifen. Sie erfahren aber auch etwas über Christen anderer Konfessionen, und sie erfahren etwas über andere Religionen, deren Wertvorstellungen und Geschichte. Auch das ist wichtig, um aktuelles Geschehen zu begreifen.

 

Denn nur wer selbst Überzeugungen hat, kann sie bei anderen Menschen respektieren. Das Christentum ist die Religion von Freiheit und Entscheidung. Es zeigt bewährte Lebensformen auf und ist doch offen für Neues.

 

Religion ist mehr als Theorie. Deshalb verweist der Religionsunterricht auf die christliche Praxis in Familie und Gemeinde. Auf unsere Kinder stürmt vieles ein, daher brauchen sie einen Religionsunterricht mit klarem christlichen Profil, einen Unterricht, der

 

·         Position bezieht, ohne einzuengen,

·         Jugendlichen in einer schwierigen Zeit Orientierung bietet,

·         zur Mitmenschlichkeit und Weltverantwortung erzieht,

·         Glauben einübt und verstehbar macht.

 

 

Übrigens

 

Auch Kinder und Jugendliche, die keiner Kirche angehören, können am katholischen  Religionsunterricht teilnehmen.

 

G. Münstermann